2018

Reglement Schweiz / SAP

Offizielles Internationales

PDF unter https://petanque-sap.ch/informationen/spielreglemente/

 FEDERATION SUISSE DE PÉTANQUE SPIELREGLEMENT IM BOULODROME

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Pétanque-Reglement

Anmerkung: Die französische Version des vorliegende Reglement wurde am 04.12.2016 durch das Exekutivkomitee der F.I.P.J.P.

beschlossen und findet ab 01.01.2017 Anwendung.

Bei Personenbezeichnungen gilt stets die männliche Form, sie schliesst die weibliche mit ein.

Achtung: Es wurden einige Änderungen vom FSP gegenüber dem internationalen Reglement getroffen. Diese sind nur in der Schweiz gültig. Bitte beachten Sie die rot markierten eingerahmten Texte.

Eine Versionsliste ist auf der letzten Seite aufgeführt.

ALLGEMEINE REGELN

Art. 1 Die Mannschaften

Pétanque ist eine Sportart, in der zwei Mannschaften gegeneinander spielen:

3 Spieler gegen 3 Spieler (Triplette)

Es können sich ebenfalls gegenüberstehen:

2 Spieler gegen 2 Spieler (Doublette),

1 Spieler gegen 1 Spieler (Tête-à-Tête).

Bei der Triplette hat jeder Spieler zwei Kugeln zur Verfügung. Bei der Doublette und

beim Tête-à-Tête hat jeder Spieler drei Kugeln. Jede hiervon abweichende Spielweise

ist verboten.

Art. 2 Eigenschaften der zugelassenen Kugeln

Pétanque wird mit Kugeln gespielt, die von der F.I.P.J.P. zugelassen sind und

folgenden Eigenschaften entsprechen:

1. Sie müssen aus Metall sein.

2. Einen Durchmesser zwischen 70,5 mm (Minimum) und 80 mm (Maximum) haben.

3. Ein Gewicht zwischen 650 gr (Minimum) und 800 gr (Maximum) besitzen.

Logo (Marke des Herstellers) und Gewichtsangabe müssen auf den Kugeln eingraviert

und immer lesbar sein.

Bei Wettkämpfen, bei denen lediglich 11 Jahre alte und jüngere Jugendliche

startberechtigt sind, dürfen Kugeln mit einem Gewicht von 600 Gramm und einem

Durchmesser von 65 mm benutzt werden, vorausgesetzt, sie wurden von einem

zugelassenen Kugelhersteller gefertigt.

4. Sie dürfen weder durch hinzufügen von Metall noch durch einbringen von Sand

verändert worden sein. 1

1 Anmerkung SAP: Ausdruck für veränderte Kugeln sind „Boule recuites“ (Härtegrad verändert) und „Boule

truquées“

V1.01 Revidierte Fassung 27.04 2017, Martin Borner 2

Generell dürfen die Kugeln nach der Herstellung (zugelassene Hersteller) auf keine Art

gefälscht und keiner Verformung oder Veränderung unterzogen werden. Insbesondere

darf die vom Hersteller vorgegebene Härte durch nachträgliches Ausglühen nicht

abgeändert werden.

Name und Vorname des Spielers (oder die Initialen) dürfen eingraviert werden, ebenso

verschiedene Logos, Siegel und Kürzel gemäss dem Pflichtenheft („Cahier des

Charges”) zur Herstellung von Kugeln.

Art. 2 bis Strafen für nicht regelkonforme Kugeln

Ein Spieler, der sich einer Verletzung der Bestimmungen nach Artikel 2 Abs. 4 schuldig

macht, wird zusammen mit seinem Mitspieler sofort vom Wettbewerb ausgeschlossen.

Wenn eine Kugel zwar nicht verfälscht, aber durch Abnutzung oder einen

Fabrikationsfehler einer Kontrolle nicht standhält oder nicht den unter Artikel 2 Abs. 1, 2

oder 3 aufgeführten Normen entspricht, muss der Spieler sie austauschen.

Er kann auch alle seine Kugeln ersetzen.2

Durch Spieler formulierte Reklamationen nach Artikel 2 Abs. 1, 2 oder 3 sind nur vor

Beginn eines Spieles zulässig. Die Spieler sind deshalb gehalten sich davon zu

überzeugen, dass ihre Kugeln und die ihrer Gegner den festgelegten Normen

entsprechen.

Auf Artikel 2 Abs. 4 gestützte Reklamationen sind während des ganzen Spieles

zulässig, dürfen jedoch nur zwischen zwei Mène eingebracht werden. Wenn sich ab der

dritten Mène die Reklamation bezüglich der Kugeln des Gegners als unbegründet

herausstellt, werden dem Punktestand des Gegners drei Punkte hinzugefügt.

Der Schiedsrichter oder die Jury können zu jedem Zeitpunkt eines Spieles, eine

Prüfung der Kugeln eines oder mehrerer Spieler durchführen.

Art. 3 Eigenschaften der zugelassenen Zielkugeln

Die Zielkugeln sind aus Holz oder aus synthetischem Material.

Zielkugeln aus synthetischem Material müssen das Herstellerlogo tragen und durch die

F.I.P.J.P. zugelassen sein. Sie müssen den Normen entsprechen, die im Pflichtenheft

(„Cahier des Charges”) festgelegt sind.

Der Durchmesser muss 30 mm (Toleranz ±1 mm) betragen. Das Gewicht muss

zwischen 10 bis 18 Gramm liegen.

Gefärbte Zielkugeln sind zulässig. Zielkugeln dürfen nicht magnetisch sein.

Art. 4 Lizenzen

Vor Beginn eines Wettbewerbs muss jeder Spieler seine Lizenz, oder ein Dokument

nach den Bestimmungen seines Verbandes vorlegen, das seine Identität und seine

Verbandszugehörigkeit nachweist.

Das SPIEL

Art. 5 Spielgelände und regelkonforme Spielfelder

Pétanque wird auf jedem Boden gespielt. Der Veranstalter oder der Schiedsrichter

können den Mannschaften jedoch abgegrenzte Spielfelder zuweisen. In diesem Fall

2 Erläuterung SAP: kann, muss aber nicht alle ersetzten

V1.01 Revidierte Fassung 27.04 2017, Martin Borner 3

muss das Spielfeld bei nationalen und internationalen Meisterschaften mindestens 4 m

in der Breite und 15 m in der Länge betragen.3

Ein Spielgelände umfasst eine unbestimmte Anzahl von Spielfeldern, die mit Schnüren

begrenzt sind; die Schnurstärke darf den geordneten Verlauf des Spiels nicht

beeinflussen. Diese Schnüre, die die verschiedenen Spielfelder abgrenzen, sind keine

Auslinien, mit Ausnahme der Linien an den Schmalseiten und den Aussenlinien der

äusseren Spielfelder.

Sind die Spielfelder hintereinander angeordnet, gelten die Begrenzungslinien an den

Schmalseiten des eigenen Spielfeldes als Auslinien.

Sind die Spielfelder von Barrieren umgeben, müssen sich diese jenseits einer Auslinie

im Abstand von mindestens 1 m befinden.4

Die Spiele werden bis zum Erreichen von 13 Punkten durch eine Mannschaft gespielt.

Es besteht jedoch die Möglichkeit, die Vorrunden- („poules”) oder die

Entscheidungsspiele („cadrage”) nur bis zum Erreichen von 11 Punkten zu spielen.

Bestimmte Wettbewerbe können mit Zeitbegrenzung durchgeführt werden. Diese

müssen immer auf einem abgegrenzten Spielfeld gespielt werden. In diesem Fall sind

alle Linien, die das Spielfeld begrenzen, Auslinien.

Art. 6 Spielbeginn und Regeln zum Wurfkreis

Die Spieler ermitteln durch das Los, welche der beiden Mannschaften das Spielgelände

aussuchen darf und zuerst die Zielkugel wirft.

Wird ein Spielfeld durch den Veranstalter zugewiesen, muss die Zielkugel auf diesem

Spielfeld angeworfen werden. Ohne Erlaubnis des Schiedsrichters dürfen die beiden

Mannschaften kein anderes Spielfeld auswählen.

Ein beliebiger Spieler der Mannschaft, welche die Auslosung gewonnen hat, wählt den

Punkt des Abspielens und zeichnet einen Kreis auf den Boden, in den die Füsse jedes

Spielers ganz hineinpassen, oder legt einen Wurfreif dort hin. Der Durchmesser eines

gezeichneten Kreises muss mindestens 35 cm und darf höchstens 50 cm sein.

Beim Einsatz eines Wurfreifs muss dieser starr sein und einen Innendurchmesser von

50 cm haben (Toleranz: ± 2mm).

Faltbare Wurfkreise sind nur zugelassen wenn wenn es sich um die F.I.P.J.P.

zugelassene Modelle handelt, besonders im Hinblick auf deren Festigkeit.

Die Spieler haben zugelassene Wurfkreise, die vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

werden, zu nutzen.

Sie müssen ebenso regelgerechte, starre Wurfkreise oder faltbare, durch die F.I.P.J.P.

zugelassene Wurfkreise akzeptieren, die der Gegner zur Verfügung stellt.

Verfügen beide Mannschaften über solche Wurfkreise, so wird der Wurfkreis der

Mannschaft genutzt, die die Auslosung (Platzwahl) gewonnen hat.

In jedem Fall müssen die Wurfkreise vor dem Wurf der Zielkugel markiert werden.

3 Zusatz SAP: Hiervon abweichend lässt der SAP bei nationalen Meisterschaften Spielfeldgrössen von 12x3 m

bis zum Viertelfinale zu.

4 Zusatz SAP: Hiervon abweichend wird im Bereich des SAP bei Begrenzung ein Mindestabstand von 30 cm

anerkannt. Ausgenommen: Absperrgitter, Banden und Zäune

V1.01 Revidierte Fassung 27.04 2017, Martin Borner 4

Der Wurfkreis muss sich mehr als 1 m von jeglichem Hindernis und mehr als 2 m vom

nächsten benutzten Wurfkreis befinden.

Die Mannschaft, die das Recht hat, die Zielkugel zu werfen, sei es durch Auslosung,

oder weil sie die letzte Mène gewonnen hat, hat nur einen Versuch die Zielkugel gültig

zu platzieren. Ist dieser Versuch ungültig, wird die Zielkugel dem Gegner ausgehändigt,

der sie auf jede gültige Position der zugewiesenen Bahn legen darf.

Ausnahmeregelung gültig nur in der Schweiz (Auszug Spielreglement Boulodrome)

Wenn die Lage des Cochonnets nach dem Wurf als ungültig betrachtet wird, dann wird es vom Gegner

in die reglementarisch richtige Position gelegt. Zwei Fälle sind möglich:

a) wenn ein Cochonnet so geworfen wird, dass es sich noch im begrenzten Spielfeld befindet, aber

zu nahe an der Seitenlinie liegt, dann muss es vom Gegner auf der gleichen Höhe (im Abstand

von mindestens 50cm zur Seitenlinie) positioniert werden

b) wenn ein Cochonnet so geworfen wird, dass es weniger als 6m oder mehr als 10m vom

Abwurfkreis entfernt liegt, sich im ungültigen Abstand zur Grundlinie befindet oder das begrenzte

Spielfeld verlassen hat, dann wird es vom Gegner innerhalb der reglementarischen Distanz nach

seiner Wahl frei hingelegt. Kann der Gegner nicht jede gewünschte Distanz spielen, so darf er

auch den Kreis parallel zur Seitenlinie nach hinten verschieben, bis jede Spieldistanz möglich ist.

Die Mannschaft mit dem Recht, die Zielkugel zu werfen, muss alle Wurfkreise in der

Nähe des jetzt gültigen Wurfkreises entfernen.

Der Innenbereich des Wurfkreises darf während der laufenden Mène vollständig

gereinigt werden. Er muss jedoch danach, spätestens aber vor dem ersten

Zielkugelwurf der nächsten Mène, in seinen ursprünglichen Zustand versetzt werden.

Der Wurfkreis ist kein verbotenes Gelände.

Die Füsse müssen sich im Innern des Wurfkreises befinden und dürfen nicht über ihn

hinausreichen. Erst dann, wenn die geworfene Kugel den Boden berührt hat, dürfen die

Füsse den Kreis oder den Boden verlassen. Kein Körperteil darf den Boden ausserhalb

des Wurfkreises berühren.

Spieler, die gegen diese Regelung verstossen, haben mit Massnahmen nach Art. 35

dieses Reglements zu rechnen.

Als Ausnahme ist es Spielern mit Behinderungen an den unteren Gliedmassen

gestattet, dass sich nur ein Fuss. Im Inneren des Wurfkreises befindet. Bei Spielern im

Rollstuhl muss sich mindestens ein Rad (das der Wurfarmseite) im Inneren des

Wurfkreises befinden.

Das Werfen der Zielkugel durch einen Spieler einer Mannschaft bedeutet nicht, dass

dieser auch als Erster spielen muss.

Wenn ein Spieler den Wurfkreis vor Beendigung des Spieles aufhebt, wird der

Wurfkreis zurückgelegt, aber nur dem Gegner ist es gestattet, seine restlichen Kugeln

zu spielen.

Art. 7 Regelkonforme Entfernungen beim Wurf der Zielkugel

Die von einem Spieler geworfene Zielkugel ist gültig ist, wenn:

1. der Abstand der Zielkugel bis zum nächstgelegenen Punkt des inneren

Wurfkreisrandes

mindestens 6 m und höchstens 10 m für „Juniors” und „Seniors” beträgt.

Bei Wettbewerben, die für jüngere Spieler bestimmt sind, können geringere

Distanzen angewandt werden.

V1.01 Revidierte Fassung 27.04 2017, Martin Borner 5

2. der Wurfkreis sich mindestens 1 m von jedem Hindernis und mindestens 2 m von

einem anderen, in Gebrauch befindlichen Kreis, befindet.

3. die Zielkugel mindestens 1 m5 von jedem Hindernis und der nächsten Grenze zu

verbotenem Gelände entfernt liegt. Bei einem Spiel mit Zeitbegrenzung muss

diese Distanz auf 50 cm reduziert werden, ausser bei den Kopflinien

zugewiesener Bahnen.

4. die Zielkugel für einen Spieler sichtbar ist, der mit beiden Füssen und in aufrechter

Körperhaltung im Innern des Wurfkreises steht. Im Falle einer Uneinigkeit

entscheidet der Schiedsrichter unanfechtbar, ob die Zielkugel sichtbar ist.

Bei der nächsten Mène wird die Zielkugel aus einem Wurfkreis oder Wurfreif geworfen,

der um den Punkt gezeichnet oder gelegt wird, auf dem die Zielkugel am Ende der

vorhergegangenen Mène lag, ausser in folgenden Fällen:

Der Wurfkreis wäre weniger als 1m von einem Hindernis entfernt.

Es wäre nicht möglich, die Zielkugel auf alle regelgerechten Entfernungen zu

werfen.

Im ersten Fall zeichnet der Spieler einen Kreis oder legt den Wurfreif in der

vorgeschriebenen Mindestentfernung vom Hindernis.

Im zweiten Fall kann der Spieler auf einer geraden Linie in Richtung der

vorhergehenden Mène zurückgehen, bis er die Zielkugel auf die grösstmögliche

erlaubte Entfernung werfen kann; aber nicht weiter. Diese Möglichkeit ist jedoch nur

zulässig, wenn die Zielkugel in keiner Richtung auf die grösstmögliche Entfernung

geworfen werden kann.

Wenn die Zielkugel nicht nach obigen Voraussetzungen gültig platziert wird, wird sie der

gegnerischen Mannschaft ausgehändigt, die sie auf jede gültige Position des Terrains

legen darf. Sie kann auch den Wurfkreis unter den im Reglement genannten

Bedingungen zurückverlegen, sollte es nicht möglich sein, aus dem zuvor positionierten

Kreis die Zielkugel auf grösstmögliche Entfernung zu werfen.

Ausnahmeregelung gültig nur in der Schweiz (Auszug Spielreglement Boulodrome)

Wenn die Lage des Cochonnets nach dem Wurf als ungültig betrachtet wird, dann wird es vom Gegner

in die reglementarisch richtige Position gelegt. Zwei Fälle sind möglich:

a) wenn ein Cochonnet so geworfen wird, dass es sich noch im begrenzten Spielfeld befindet, aber

zu nahe an der Seitenlinie liegt, dann kann es vom Gegner auf der gleichen Höhe (im Abstand

von mindestens 50cm zur Seitenlinie) positioniert werden

b) wenn ein Cochonnet so geworfen wird, dass es weniger als 6m oder mehr als 10m vom

Abwurfkreis entfernt liegt, sich im ungültigen Abstand zur Grundlinie befindet oder das begrenzte

Spielfeld verlassen hat, dann wird es vom Gegner innerhalb der reglementarischen Distanz nach

seiner Wahl frei hingelegt. Kann der Gegner nicht jede gewünschte Distanz spielen, so darf er

auch den Kreis parallel zur Seitenlinie nach hinten verschieben, bis jede Spieldistanz möglich ist.

In jedem Fall behält die Mannschaft, welche die Zielkugel verloren hat, weil es nicht

gelang, die Zielkugel gültig zu platzieren, das Recht, die erste Kugel zu spielen.

Das Team, dass das Recht zum Zielkugelwurf hat, verfügt maximal über eine Minute,

die Zielkugel regelkonform zu platzieren. Das Team, das die Zielkugel nach

missglücktem Zielkugelwurf erlangt, muss die Zielkugel sofort plazieren.

5 Erläuterung SAP: Der Schiedsrichter kann die Distanz anpassen, zB bei einer Bahnbreite von nur 2.5m.

V1.01 Revidierte Fassung 27.04 2017, Martin Borner 6

Art. 8 Gültige Zielkugelwurf

Wird die Zielkugel, nachdem sie geworfen wurde, durch den Schiedsrichter, einen

Gegner, einen Zuschauer, ein Tier oder durch irgendeinen beweglichen Gegenstand

angehalten, so ist sie ungültig und wird erneut geworfen.

Wird die Zielkugel durch einen Mitspieler angehalten, so wird sie dem Gegner zum

Platzieren übergeben.

Wenn nach dem Wurf der Zielkugel eine erste Kugel gespielt ist, hat der Gegner noch

das Recht, die Lage der Zielkugel zu beanstanden, ausser die Zielkugel wurde zuvor

durch den Gegner platziert.6

Die Zielkugel darf nur dann durch den Gegner platziert werden, wenn beide

Mannschaften den Wurf als ungültig anerkannt haben oder wenn der Schiedsrichter so

entschieden hat. Sollte sich eine Mannschaft davon abweichend verhalten, verliert sie

das Recht zum Werfen der Zielkugel.

Wenn der Gegner ebenfalls eine Kugel gespielt hat, wird die Zielkugel als definitiv gültig

angesehen und Reklamationen sind dann nicht mehr zulässig.

Art. 9 Annullierung Zielkugel im Verlauf einer Mène

Die Zielkugel ist in folgenden 7 Fällen ungültig:

1. Wenn sie im Verlauf einer Mène auf verbotenes Gelände gelangt, auch wenn sie

auf erlaubtes Spielgelände zurückkehrt. Die Zielkugel ist gültig, wenn sie auf der

Grenze des Spielgeländes liegt. Sie ist nur ungültig, wenn sie (aus der

Senkrechten betrachtet) die Grenze des erlaubten Geländes oder die Auslinie mit

ihrem gesamten Durchmesser vollständig überschritten hat. Als verbotenes

Gelände ist auch eine Pfütze anzusehen, auf der die Zielkugel frei schwimmt.

2. Wenn sie sich auf erlaubtem Gelände befindet, ihre Lage aber so verändert wird,

dass sie unter den Bedingungen von Artikel 7 vom Wurfkreis aus nicht mehr

sichtbar ist. Eine Zielkugel ist jedoch nicht ungültig, wenn sie durch eine Kugel

verdeckt wird. Um beurteilen zu können, ob die Zielkugel sichtbar ist, darf der

Schiedsrichter eine Kugel vorübergehend entfernen.

3. Wenn die Lage der Zielkugel so verändert wird, dass sie auf mehr als 20 m (für

Juniors und Seniors) bzw. 15 m (für die jüngere Spieler) oder weniger als 3 m

entfernt vom Wurfkreis liegen bleibt.

6 Erläuterung SAP: In diesem Fall darf der Gegner die Zielkugel in jeder gültigen Position platzieren. Die bereits

gespielte Kugel wird zurückgenommen.

V1.01 Revidierte Fassung 27.04 2017, Martin Borner 7

4. Wenn sie mehr als ein benachbartes abgegrenztes Spielfeld überquert oder, wenn

die Spielfelder hintereinander angeordnet sind, sie die Begrenzungslinie an der

Schmalseite des eigenen Spielfeldes überschreitet.

5. Wenn ihre Lage so verändert wird, dass sie unauffindbar ist, wobei die Zeit zum

Suchen auf fünf Minuten limitiert ist.

6. Wenn sich zwischen dem Wurfkreis und der Zielkugel verbotenes Gelände

befindet.

7. Wenn bei Spielen mit Zeitbegrenzung die Zielkugel das zugeteilte Spielfeld

verlässt.

Art. 10 Veränderungen des Spielgeländes

Es ist den Spielern ausdrücklich verboten, ein Hindernis, dass sich auf dem

Spielgelände befindet, zu entfernen, in seiner Lage zu verändern oder zu zerdrücken.

Nur der Spieler, der die Zielkugel wirft, darf vorher lediglich die Bodenbeschaffenheit für

einen Wurfpunkt („donnée”) ertasten, indem er, allerdings nicht mehr als dreimal, mit

einer seiner Kugeln den Boden an dieser Stelle berührt. Jedoch darf der Spieler, der

sich darauf vorbereitet zu spielen oder ein Spieler seiner Mannschaft ein Loch

schliessen, dass durch eine davor gespielte Kugel entstanden ist.7

Bei der Nichtbeachtung voran stehender Bestimmungen, insbesondere aber im Falle

des Aufbereitens des Bodens vor einer zu schiessenden Kugel, ziehen sich die Spieler

die im Kapitel „Disziplin“ in Artikel 35 vorgesehenen Massnahmen zu.8

Art. 11 Auswechseln von Kugeln oder Zielkugeln

Es ist den Spielern verboten, die Zielkugel oder eine Kugel im Verlauf des Spieles zu

wechseln, ausser in folgenden Fällen:

1. Sie sind unauffindbar, wobei die Zeit zum Suchen auf fünf Minuten limitiert ist.

2. Sie ist zerbrochen, in diesem Fall zählt nur das grösste Bruchstück. Sind noch

Kugeln zu spielen, so wird das grösste Bruchstück sofort, nach eventuell

erforderlicher Messung, durch eine Kugel oder eine Zielkugel mit gleichem oder

ähnlichem Durchmesser ersetzt. Bei der nächsten Mène kann der betroffene

Spieler seine Kugeln komplett austauschen.

DIE ZIELKUGEL

Art. 12 Verdeckte oder bewegte Zielkugel

Wenn die Zielkugel im Verlauf einer Mène unvermutet durch ein Blatt oder ein Stück

Papier verdeckt wird, sind diese Gegenstände zu entfernen.

Wenn die schon zur Ruhe gekommene Zielkugel sich zum Beispiel durch die

Einwirkung des Windes oder der Neigung des Geländes bewegt oder unglücklich durch

einen Schiedsrichter, einen Spieler, einen Zuschauer, eine Kugel oder eine Zielkugel

aus einem anderen Spiel, durch ein Tier oder irgendeinen beweglichen Gegenstand in

ihrer Lage verändert wird, so wird sie auf ihren ursprünglichen Platz zurückgelegt,

vorausgesetzt, die Zielkugel war markiert.

7 Erläuterung SAP: Es kann sich auch um ein Loch eines anderen Spiels handeln.

8 Erläuterung SAP: Ein Loch vor einer zu schiessenden Kugel darf geschlossen werden, nur das aufbereiten des

Bodens ist verboten.

V1.01 Revidierte Fassung 27.04 2017, Martin Borner 8

Um jede Anfechtung zu vermeiden, müssen die Spieler die Zielkugel markieren. Waren

die Kugeln oder die Zielkugel nicht markiert, ist eine Reklamation nicht zulässig. Wird

die Zielkugel durch eine in dieser Mène gespielte Kugel bewegt, bleibt sie gültig.

Art. 13 Zielkugel gerät auf ein anderes Spielfeld

Wenn im Verlaufe einer Mène die Zielkugel auf ein anderes Spielfeld gerät, die

begrenzt oder nicht begrenzt ist, so ist sie gültig unter Vorbehalt der Bestimmungen in

Art. 9.

Die Spieler, die diese Zielkugel benützen, warten, wenn nötig, auf das Ende des Mène,

der durch die Spieler begonnen wurde, die dieses Spielfeld benutzen, um

anschliessend ihren Durchgang zu beenden.

Die Spieler, auf welche diese Bestimmung zutrifft, müssen Geduld und Höflichkeit

aufbringen.

In der folgenden Mène kehren die Spieler wieder auf ihr bisheriges Spielfeld zurück. Die

Zielkugel wird dann aus einem Wurfkreis geworfen, der um den Punkt gezeichnet oder

gelegt wird, auf dem sie lag, bevor sie das Spielfeld verlassen hatte; dies unter

Berücksichtigung des Artikels 7.

Art. 14 Massnahmen bei ungültiger Zielkugel

Wird im Verlauf einer Mène die Zielkugel ungültig, so können sich drei Möglichkeiten

ergeben:

1. Beide Mannschaften verfügen jeweils noch über mindestens eine zu spielende

Kugel: Die Mène wird mit 0 Punkten gewertet (annulliert), die Zielkugel fällt der

Mannschaft zu, die zuvor gepunktet oder die Auslosung (Platzwahl) gewonnen

hat.

2. Nur eine Mannschaft verfügt noch über mindestens eine zu spielende Kugel:

Diese Mannschaft bekommt so viele Punkte zugesprochen, wie sie noch zu

spielende Kugeln zur Verfügung hat.

3. Keine Mannschaft verfügt noch über zu spielende Kugeln: Die Mène wird mit 0

Punkten gewertet (annulliert), die Zielkugel fällt der Mannschaft zu, die zuvor

gepunktet oder die Auslosung (Platzwahl) gewonnen hat.

Art. 15 Angehaltene Zielkugel

1. Wenn eine weggeschossene Zielkugel durch einen Zuschauer oder einen

Schiedsrichter angehalten oder abgelenkt wird, behält sie ihre neue Position.

2. Wird eine weggeschossene Zielkugel durch einen Spieler, der sich auf dem

erlaubten Spielgelände befindet, angehalten oder abgelenkt, so hat dessen

Gegner drei Möglichkeiten:

a) Er lässt die Zielkugel in ihrer neuen Position.

b) Er legt sie an ihren ursprünglichen Platz zurück.

c) Er legt die Zielkugel auf einen Punkt, der sich auf der Verlängerung der

Strecke zwischen dem ursprünglichen Platz der Zielkugel und dem Platz

befindet, an dem sie liegen geblieben ist, aber höchstens auf 20 m vom

V1.01 Revidierte Fassung 27.04 2017, Martin Borner 9

Wurfkreis (15 m für jüngere Spieler) und zwar so, dass die Zielkugel sichtbar

ist.

Die Punkte b) und c) können nur angewendet werden, wenn die Zielkugel vorher

markiert war. War die Zielkugel nicht markiert, bleibt sie in ihrer neuen Position.

Überquert eine weggeschossene Zielkugel verbotenes Gelände und kommt zurück, um

dann auf dem Spielgelände zum Stillstand zu kommen, ist sie ungültig und Artikel 14

findet Anwendung.

DIE KUGELN

Art. 16 Das Werfen der Kugeln

Die erste Kugel wird von einem Spieler der Mannschaft gespielt, die den Losentscheid

oder den vorhergehenden Durchgang gewonnen hat. Danach ist immer die Mannschaft

an der Reihe, die in dem laufenden Durchgang nicht im Punktbesitz ist.

Der Spieler darf keine Hilfsmittel benutzen oder Markierungen vornehmen, um seine

Kugel ins Ziel zu bringen oder um deren Auftreffpunkt am Boden zu kennzeichnen.

Wenn er seine letzte Kugel spielt, ist es ihm nicht erlaubt, eine weitere Kugel in der

anderen Hand zu halten.

Die Kugeln müssen einzeln gespielt werden.

Geworfene Kugeln dürfen nicht noch einmal gespielt werden. Jedoch müssen Kugeln

noch einmal gespielt werden, die zwischen Wurfkreis und Zielkugel durch eine Kugel

oder Zielkugel aus einem anderen Spiel, durch ein Tier oder irgendeinen beweglichen

Gegenstand (Ball usw.) angehalten oder von ihrer Bahn abgelenkt werden, sowie in der

in Artikel 8 Absatz 2 beschriebenen Situation.

Es ist verboten, die Kugeln oder die Zielkugel anzufeuchten.

Bevor ein Spieler spielt, muss er seine Kugel von allen ihr anhaftenden Fremdkörpern

und Schmutzspuren reinigen, andernfalls treten die in Artikel 35 vorgesehenen

Massnahmen in Kraft.

Befindet sich die erste gespielte Kugel auf verbotenem Gelände, dann muss der

Gegner spielen und dies abwechselnd, bis sich eine Kugel innerhalb des Spielgeländes

befindet.

Wenn sich nach einer gespielten Kugel oder nach einem Schuss keine Kugel mehr

innerhalb des Spielgeländes befindet, gelten sinngemäss die Bestimmungen des

Artikels 29.

Art. 17 Verhalten der Spieler und Zuschauer

Während der regulären Zeit, die ein Spieler benötigt, um seine Kugel zu spielen,

müssen die anderen Spieler und die Zuschauer äusserste Ruhe einhalten.

V1.01 Revidierte Fassung 27.04 2017, Martin Borner 10

Die Gegner dürfen weder umhergehen, noch gestikulieren oder irgendetwas tun, was

den Spieler stören könnte. Nur die Partner des Spielers dürfen sich zwischen der

Zielkugel und dem Wurfkreis befinden.

Die Gegner müssen sich seitlich hinter der Zielkugel oder seitlich hinter dem Spieler

aufhalten. Sie müssen sowohl vom Spieler, als auch von der Zielkugel einen Abstand

von mindestens zwei Meter einhalten.

Die Spieler, welche diese Vorschriften nicht beachten, können vom Wettbewerb

ausgeschlossen werden, wenn sie ihr Verhalten nach einer Verwarnung durch den

Schiedsrichter beibehalten.

Art. 18 Probewurf und Kugeln aus dem Spielfeld

Es ist nicht erlaubt, seine Kugel im Spiel zur Probe zu werfen. Spieler, die sich nicht an

diese Vorschrift halten, können mit den im Kapitel „Disziplin“ in Artikel 35 vorgesehenen

Massnahmen belegt werden.

Kugeln, die im Verlauf einer Mène das zugeteilte Spielfeld verlassen, sind gültig

(ausgenommen Artikel 19 findet Anwendung).

Art. 19 Ungültige Kugeln

Jede Kugel ist ungültig, sobald sie verbotenes Gelände überquert. Eine Kugel ist gültig,

wenn sie auf der Grenze des Spielgeländes liegt. Sie ist nur ungültig, wenn sie (aus der

Senkrechten betrachtet) die Grenze des erlaubten Geländes mit ihrem gesamten

Durchmesser vollständig überschritten hat. Dasselbe trifft für die Kugel zu, die bei

vorgegebenen Spielfeldern mehr als ein längsseitig unmittelbar benachbartes Spielfeld

vollständig überquert oder das Spielfeld an der Schmalseite vollständig verlässt.

Bei Spielen mit Zeitbeschränkung, die auf einem zugeteilten Spielfeld ausgetragen

werden, ist eine Kugel ungültig, wenn sie vollständig das zugeteilte Feld verlässt.

Wenn eine Kugel danach auf das Spielgelände zurückkehrt, sei es wegen einer

Bodenunebenheit oder dass sie von einem beweglichen oder unbeweglichen Hindernis

abprallt, muss sie sofort aus dem Spiel genommen werden und alles, was sie auf ihrem

Weg zurück in das Spielgelände verändert hat, wird in den ursprünglichen Zustand

zurückversetzt, vorausgesetzt, die Objekte9 waren markiert.

Jede ungültige Kugel muss sofort aus dem Spiel genommen werden. Andernfalls wird

sie als gültig angesehen, sobald eine weitere Kugel von der gegnerischen Mannschaft

gespielt wurde.

Art. 20 Angehaltene Kugeln

Jede gespielte Kugel, die durch einen Zuschauer oder den Schiedsrichter angehalten

oder abgelenkt wird, behält die Position, in der sie liegen bleibt.

Jede gespielte Kugel ist ungültig, wenn sie von einem Spieler unabsichtlich angehalten

oder abgelenkt wird, von dessen Mannschaft sie gespielt wurde.

Jede gelegte Kugel, die von einem gegnerischen Spieler unabsichtlich angehalten oder

abgelenkt wird, kann nach Belieben des Spielers nochmals gespielt oder dort

liegengelassen werden, wo sie zur Ruhe kommt.

9 Erläuterung SAP: Ein Objekt kann eine Kugel, Zielkugel oder jeder andere Gegenstand sein.

V1.01 Revidierte Fassung 27.04 2017, Martin Borner 11

Wenn eine Kugel weggeschossen oder mit ihr geschossen wurde und diese durch

einen Spieler unabsichtlich angehalten oder abgelenkt wird, kann der Gegner des

Spielers

1. sie an dem Platz liegen lassen, an dem sie zur Ruhe gekommen ist

2. sie auf eine Stelle legen, die sich auf der Verlängerung der Strecke zwischen dem

ursprünglichen Platz der Kugel und dem Punkt befindet, an den sie bewegt wurde,

aber nur auf zugelassenem Spielgelände und wenn sie markiert gewesen ist.

Ein Spieler, der eine in Bewegung befindliche Kugel absichtlich anhält, ist sofort vom

laufenden Spiel auszuschliessen, ebenso seine Mitspieler.

Art. 21 Zeitvorgabe

Sobald die Zielkugel geworfen ist, verfügt jeder Spieler über maximal eine Minute, um

seine Kugel zu spielen. Diese Frist läuft von dem Zeitpunkt an, an dem die Zielkugel

oder die zuvor gespielte Kugel zur Ruhe gekommen ist und wenn ein Punkt gemessen

werden muss, nachdem die Messung abgeschlossen ist.

Dieselben Bestimmungen gelten auch für das Werfen der Zielkugel.

Jeder Spieler, der diese Bestimmungen nicht einhält, zieht er sich die im Kapitel

„Disziplin“ in Artikel 35 vorgesehenen Strafmassnahmen zu.

Art. 22 Aus ihrer Lage veränderte Kugeln

Wenn eine Kugel, die bereits zur Ruhe gekommen war, sich zum Beispiel durch

Einwirkung des Windes oder aufgrund einer Bodenunebenheit verschiebt, wird sie auf

den ursprünglichen Platz zurückgelegt. Dasselbe gilt für jede Kugel, die unglücklich

durch einen Spieler, einen Schiedsrichter, einen Zuschauer, ein Tier oder irgendeinen

beweglichen Gegenstand bewegt wird.

Um jede Anfechtung zu vermeiden, müssen die Spieler die Kugeln markieren. Es ist

keinerlei Reklamation bezüglich einer Kugel zulässig, die nicht markiert war, und der

Schiedsrichter stellt in diesem Fall nur die Lage der Kugeln auf dem Spielgelände fest

und entscheidet danach.

Dagegen ist eine Kugel gültig, wenn sie durch eine andere Kugel aus dem eigenen

Spiel bewegt wurde.

Art. 23 Spieler, der eine fremde Kugel spielt

Ein Spieler, der eine andere Kugel als seine eigene spielt, erhält eine Verwarnung. Die

gespielte Kugel ist dennoch für diesen Wurf gültig, muss aber dann sofort ausgetauscht

werden; gegebenenfalls nach einer Messung.

Im Wiederholungsfall während eines Spieles wird seine Kugel annulliert und alles, was

sie verändert hat, wird an seine ursprüngliche Lage zurückversetzt.

Art. 24 Nicht regelgerecht gespielte Kugel

Ausser in Fällen, in denen dieses Reglement spezifische und nach Art. 35 abgestufte

Sanktionen vorsieht, ist jede Kugel, die nicht regelgerecht gespielt wurde ungültig und

alles, was sie auf ihrem Weg verändert hat, wird in die ursprüngliche Lage

zurückversetzt, wenn zuvor markiert worden ist.

V1.01 Revidierte Fassung 27.04 2017, Martin Borner 12

Der Gegner hat jedoch das Recht, die Vorteilsregel anzuwenden und den Wurf für gültig

zu erklären. In diesem Fall ist die Lege- oder Schusskugel gültig und alles, was sie

verändert hat, bleibt in der neuen Position.

Punkte und Messung

Art. 25 Vorübergehendes Entfernen der Kugeln

Für die Messung eines Punktes ist es erlaubt, die Kugeln und Hindernisse

vorübergehend zu entfernen, die zwischen der Zielkugel und der zu messenden Kugel

liegen, nachdem sie markiert worden sind.

Nach dem Messen sind die entfernten Kugeln und Hindernisse an ihren ursprünglichen

Platz zurückzulegen. Können die Hindernisse nicht entfernt werden, so ist die Messung

mit Hilfe eines Zirkels durchzuführen.10

Art. 26 Messen der Punkte

Das Messen eines Punktes obliegt dem Spieler, der als letzter gespielt hat oder einem

seiner Mitspieler. Die Gegner haben danach immer das Recht, nachzumessen.

Die Messungen müssen mit geeigneten Messgeräten durchgeführt werden; jede

Mannschaft muss im Besitz eines Messgerätes sein.

Es ist insbesondere verboten, Messungen mit den Füssen durchzuführen. Der Spieler,

der diese Vorschrift nicht einhält, wird mit einer im Kapitel „Disziplin“ in Artikel 35

vorgesehenen Strafmassnahme belegt.

Der Schiedsrichter kann während eines Spieles jederzeit, unabhängig vom Rang der zu

messenden Kugeln konsultiert werden und seine Entscheidung ist unanfechtbar.

Während des Messvorgangs durch den Schiedsrichter haben die Spieler einen

Mindestabstand von 2 m zum Schiedsrichter einzuhalten.

Der Veranstalter kann per Entscheidung festlegen, dass insbesondere bei Spielen, die

im Fernsehen übertragen werden, nur der Schiedsrichter ermächtigt ist, Messungen

vorzunehmen.

Art. 27 Aufgehobene Kugeln

Es ist den Spielern verboten, gespielte Kugeln vor Ende der Mène aufzuheben.

Jede Kugel ist ungültig, die am Ende einer Mène vor der Feststellung der Punktezahl

weggenommen wird. Diesbezüglich ist keinerlei Reklamation zulässig.

Hebt ein Spieler seine gespielten Kugeln vom Spielfeld11 auf, obwohl seine Mitspieler

noch über Kugeln verfügen, dürfen seine Mitspieler ihre Kugeln nicht mehr spielen.

Art. 28 Lageveränderung von Kugeln oder Zielkugel

Wenn ein Spieler beim Messen die Zielkugel oder eine strittige Kugel in ihrer Lage

verändert, so ist der Punkt für die Mannschaft dieses Spielers verloren.

10 Erläuterung SAP: oder einem anderen geeigneten Mittel.

11 Erläuterung SAP: Ein aufheben seiner Kugeln ausserhalb des Spielfeldes hat eine Verwarnung zur folge. Dies hat

aber keine Konsequenzen auf seine Mitspieler.

V1.01 Revidierte Fassung 27.04 2017, Martin Borner 13

Wenn der Schiedsrichter beim Messen eines Punktes die Zielkugel oder eine Kugel

bewegt oder verschiebt, so entscheidet der Schiedsrichter nach bestem Wissen und

Gewissen.

Art. 29 Gleicher Abstand

Wenn die zwei gegnerischen Kugeln, die der Zielkugel am nächsten liegen, den

gleichen Abstand zu ihr haben, können folgende drei Möglichkeiten eintreten:

1. Wenn beide Mannschaften keine zu spielenden Kugeln mehr haben, wird die

Mène annulliert. Die Zielkugel fällt dem Team zu, das zuvor gepunktet, oder die

Auslosung (Platzwahl) gewonnen hat.

2. Wenn nur eine Mannschaft noch Kugeln zur Verfügung hat, so spielt sie ihre

Kugeln und erhält am Ende der Mène so viele Punkte, wie sie Kugeln näher an

der Zielkugel platziert hat, als die am nächsten liegende gegnerische Kugel.

3. Wenn beide Mannschaften noch über Kugeln verfügen, so spielt die Mannschaft,

die zuletzt gespielt hat, noch eine Kugel, danach die gegnerische, und weiter

abwechselnd bis eine Mannschaft den Punkt mit einer ihrer Kugeln gewinnt. Wenn

nur noch eine Mannschaft noch Kugeln zur Verfügung hat, sind die Bestimmungen

von Artikel 29 Abs. 2 anzuwenden.

Wenn sich am Ende einer Mène keine Kugel mehr auf dem Spielgelände befindet, wird

die Mène annulliert.

Art. 30 Fremdkörper an Kugel oder Zielkugel

Alle Fremdkörper, welche der Kugel oder der Zielkugel anhaften, müssen vor der

Messung entfernt werden.

Art. 31 Reklamationen

Alle Reklamationen müssen, um zugelassen zu werden, an den Schiedsrichter gerichtet

werden. Eine Reklamation, die nach Annahme des Spielerergebnisses vorgebracht

wird, findet keine Berücksichtigung.

DISZIPLIN

Art. 32 Strafen für Abwesenheit der Mannschaften oder Spieler

Im Augenblick des Losentscheides über die Spielpaarungen und bei der Verkündung

des Ziehungsergebnisses müssen die Spieler am Kontrolltisch anwesend sein. Eine

Mannschaft, die eine Viertelstunde nach der Verkündung dieser Ergebnisse nicht auf

dem Spielgelände/-feld ist, wird mit einem Punkt bestraft, welcher der gegnerischen

Mannschaft zum Vorteil angerechnet wird. Diese Frist wird bei Spielen mit

Zeitbegrenzung auf 5 Minuten verkürzt.

Für jeweils weitere fünf Minuten Verspätung erhöht sich die Strafe um einen Punkt.

Während eines Wettbewerbes finden dieselben Strafen Anwendung nach jeder Ziehung

und im Fall einer WiederMène der Spiele nach einer Unterbrechung (unabhängig vom

Grund der Unterbrechung).

Eine Mannschaft, die eine Stunde nach dem Wettbewerbsbeginn bzw. der WiederMène

nach einer Unterbrechung nicht auf dem Spielgelände/-feld anwesend ist, wird aus dem

Wettbewerb ausgeschlossen.

V1.01 Revidierte Fassung 27.04 2017, Martin Borner 14

Um ein Spiel zu beginnen, braucht eine unvollständige Mannschaft nicht auf ihren

abwesenden Spieler zu warten; sie verfügt jedoch nicht über dessen Kugeln.

Kein Spieler darf sich ohne Erlaubnis des Schiedsrichters von einem Spiel entfernen

oder das Spielgelände verlassen. In keinem Fall unterbricht die Abwesenheit das

laufende Spiel. Die Mitspieler bleiben verpflichtet, ihre Kugeln innerhalb der

festgesetzten Minute zu spielen. Ist der Spieler im Moment, da er seine Kugeln spielen

müsste, nicht anwesend, sind seine Kugeln gemäss Minutenregelung annulliert.

Wurde keine Erlaubnis zum Verlassen erteilt, finden die vorgesehenen Strafen nach Art.

35 Anwendung.

Im Unglücksfall oder bei einem durch einen Arzt festgestellten gesundheitlichen

Problem kann eine Spielunterbrechung von 15 Minuten festgelegt werden. Sollte sich

dies als vorgetäuscht erweisen, sind der Spieler und seine Mitspieler sofort vom

Wettbewerb auszuschliessen.

Art. 33 Verspätet ankommende Spieler

Wenn ein abwesender Spieler nach Beginn einer Mène erscheint, darf er an dieser

nicht teilnehmen. Er ist erst ab der nächsten Mène zum Spiel zugelassen.

Wenn ein abwesender Spieler später als eine Stunde nach Beginn des Spieles

erscheint, verliert er das Recht an dem Spiel teilzunehmen.

Wenn seine Mitspieler dieses Spiel gewinnen, kann er am nächsten Spiel unter dem

Vorbehalt teilnehmen, dass die Mannschaft namentlich eingeschrieben ist.

Wenn ein Wettbewerb in Gruppen („poules”) durchgeführt wird, kann er am nächsten

Spiel teilnehmen (unabhängig von dem Resultat des vorhergehenden Spieles).

Eine Mène gilt als begonnen, wenn die Zielkugel unabhängig von deren Gültigkeit

geworfen wurde. Sonderregelungen können bei Spielen auf Zeit getroffen werden.

Art. 34 Austauschen von Spielern

Das Austauschen eines Spielers in der Doublette bzw. einer oder zwei Spielern in der

Triplette ist nur bis zum offiziellen Beginn des Wettbewerbs (Signal durch Hupen/Pfeifen

oder als Ansage usw.) erlaubt. Voraussetzung ist, dass der oder die Ersatzspieler nicht

bereits in dem Wettbewerb für eine andere Mannschaft eingeschrieben sind.

Art. 35 Spielsanktionen

Bei der Nichtbeachtung voran stehender Bestimmungen zieht sich der Spieler folgende

Massnahmen zu:

1. Verwarnung, die dem schuldigen Spieler vom Schiedsrichter durch eine „gelbe

Karte“ angezeigt wird. Eine „gelbe Karte“ bei Zeitüberschreitung gilt für alle

Spieler des schuldigen Teams. Hat einer der Spieler bereits eine gelbe Karte, so

wird eine noch zu spielende Kugel der laufenden Mène oder eine noch zu

spielende Kugel der folgenden Mène entzogen, falls er über keine Kugeln mehr

verfügt.

V1.01 Revidierte Fassung 27.04 2017, Martin Borner 15

2. Annullierung der gespielten oder zu spielenden Kugel. Dies wird dem schuldigen

Spieler vom Schiedsrichter durch die „orange Karte“ offiziell angezeigt.12

3. Ausschluss des schuldigen Spielers vom Spiel. Dies wird dem schuldigen Spieler

vom Schiedsrichter durch die „rote Karte“ offiziell angezeigt.

4. Disqualifikation der schuldigen Mannschaft.13

5. Disqualifikation beider Mannschaften im Falle heimlicher Absprache.

Die Verwarnung ist eine Sanktion und kann nur bei Regelverletzung ausgesprochen

werden.

Eine offizielle Information an die Spieler bei Beginn des Wettbewerbes oder einer

Begegnung, das Reglement strikt einzuhalten, ist nicht als Verwarnung anzusehen

Art. 36 Witterungseinflüsse

Jede begonnene Mène muss, auch wenn es regnet, zu Ende gespielt werden; es sei

denn, der Schiedsrichter trifft eine andere Entscheidung. Er allein ist berechtigt, im

Einvernehmen mit der Jury zu entscheiden, ob eine Mène unterbrochen oder wegen

höherer Gewalt annulliert wird.

Art. 37 Neuer Abschnitt in einem Wettbewerb

Wenn nach der Ansage zum Beginn eines neuen Abschnittes eines Wettbewerbes (2.

Runde, 3. Runde usw.) Spiele noch nicht beendet sind, kann der Schiedsrichter, im

Einvernehmen mit dem Veranstalter, alle Anordnungen und Entscheidungen treffen, die

er für einen guten Verlauf des Wettbewerbs für notwendig erachtet.

Art. 38 Mangel an Sportlichkeit

Die Mannschaften, die ein Spiel austragen und es dabei an Sportsgeist und Respekt

gegenüber der Öffentlichkeit, den Offiziellen oder dem Schiedsrichter fehlen lassen,

werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Dieser Ausschluss kann zur Nichtwertung

eventuell erzielter Ergebnisse sowie zur Anwendung der in Artikel 39 vorgesehenen

Massnahmen führen.

Art. 39 Unkorrektheiten

Ein Spieler, der sich einer Unkorrektheit und im schlimmeren Fall, der Anwendung von

Gewalt gegenüber einem Offiziellen, einem Schiedsrichter, einem anderen Spieler oder

einem Zuschauer schuldig macht, zieht sich, entsprechend der Schwere seines

Vergehens, eine oder mehrere der folgenden Massnahmen zu:

1. Disqualifikation vom Wettbewerb.

2. Entzug der Lizenz oder eines entsprechenden Ersatzdokuments

3. Einbehalten oder Rückgabe von Vergütungen und Preisen.

Alle Massnahmen, die einen Spieler betreffen, können auch auf seine Mitspieler

angewandt werden.

12 Erläuterung SAP: Siehe auch Art. 24

13 Erläuterung SAP: Der Begriff Ausschluss meint den Ausschluss vom Spiel. Die Disqualifikation bedeutet immer

den kompletten Ausschluss vom gesamten Wettbewerb.

V1.01 Revidierte Fassung 27.04 2017, Martin Borner 16

Die Massnahme zu Punkt 1 ist durch den Schiedsrichter zu verhängen.

Die Massnahme zu Punkt 2 ist durch die Jury zu verhängen.

Die Massnahmen unter Punkt 3. sind durch den Veranstalter zu verhängen. Er sorgt

dafür, dass die zurückgehaltenen Preise und Vergütungen (zusammen mit einem

Bericht) innerhalb von 48 Stunden zum Komitee des zuständigen nationalen Verbandes

gelangen, der über ihre Verwendung entscheidet.

In jedem Fall liegt die letzte Entscheidung beim zuständigen nationalen

Verbandsgericht.

Von jedem Spieler wird korrekte Bekleidung erwartet.14

Aus Sicherheitsgründen müssen die Spieler zum Schutz von Zehen und Fersen

geschlossene Schuhe tragen!

Ausnahmeregelung gültig nur in der Schweiz

Offene Schuhe sind zugelassen

Anmerkung SAP: Aus Sicherheitsgründen sollten die Spieler geschlossene Schuhe tragen.

Während der Spiele herrscht Rauchverbot, dies schliesst auch elektronische Zigaretten

ein. Ebenso ist der Gebrauch von Mobiltelefonen während des Spiels nicht erlaubt.

Ausnahmeregelung gültig nur in der Schweiz

In der Schweiz wird das Kantonale und Nationale Reglement (Nichtraucherschutzgesetzt) angewendet.

Jeder Spieler, der diese Vorschriften nicht beachtet, wird nach einer Verwarnung durch

den Schiedsrichter vom Wettbewerb ausgeschlossen.

Art. 40 Aufgaben des Schiedsrichters

Die Schiedsrichter, die den Wettbewerb leiten, sind gehalten, die strikte Einhaltung der

Spielregeln und der begleitenden administrativen Bestimmungen zu überwachen.

Sie sind berechtigt, jeden Spieler und jede Mannschaft vom Wettbewerb

auszuschliessen, die sich weigern, ihren Anordnungen entsprechende Folge zu leisten.

Zuschauer mit (oder mit suspendierter) Lizenz, die durch ihr Verhalten Anlass zu

Zwischenfällen auf dem Spielgelände geben, werden vom Schiedsrichter dem Komitee

des zuständigen nationalen Verbandes gemeldet. Das Komitee dieses Verbandes wird

den oder die Schuldigen vor das zuständige Verbandsgericht laden, welches über die

weiteren Massnahmen befindet.

Art. 41 Zusammensetzung und Entscheidung der Jury

Von allen Fällen, die in diesem Reglement nicht vorgesehenen sind, ist dem

Schiedsrichter eine Mitteilung zu machen, welcher der Jury des Wettbewerbes

entsprechenden Bericht erstattet. Die Jury besteht aus mindestens drei und höchstens

fünf Mitgliedern. Die Entscheidungen der Jury, die in Anwendung dieses Artikels

getroffen werden, sind unanfechtbar. Im Falle der Stimmengleichheit ist die Stimme des

Vorsitzenden der Jury entscheidend.

Im Falle einer umstrittenen Auslegung des deutschen Textes ist allein der französische Text gültig.

14 Erläuterung FSP: Es darf nicht mit nacktem Oberkörper gespielt werden.

V1.01 Revidierte Fassung 27.04 2017, Martin Borner 17

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