Spieler (w/m)

Wer spielt Pétanque...

Sibile Suter und Charles Poire 

Deutschschweizer Meister 2012

Von Pétanque wird niemand enttäuscht. Mit seinen leicht erlernbaren Grundregeln kann es ein geselliger Freizeitspaß sein, auch für unerfahrene Spielerinnen und Spieler, die nur gelegentlich zu den Kugeln greifen.

Als spannendes Wettkampfspiel verlangt es dagegen Konzentrationsfähigkeit sowie gute Kondition und setzt viel Übung voraus. Es ist populär, weil es viele Motive anspricht und für Teilnehmer mit unterschiedlichen Graden des Könnens und der Übung immer abwechslungsreich und reizvoll bleibt. Man muss über die Kraft verfügen, eine etwa 700 Gramm schwere Kugel über eine Strecke von sechs bis zehn Metern zu werfen oder zu rollen. Für Kinder ab etwa sieben Jahren und für Erwachsene also kein Problem. Nur allerschwerste Formen der Körperbehinderung schliessen ein Mitmachen aus. Für junge Spieler sehen die Regeln kürzere Distanzen vor, für Behinderte angemessene Erleichterungen, wie z. B. Aufstützen mit der Hand.

In der Praxis findet Pétanque bei Männern und Frauen ein unterschiedliches Interesse. In der Vergangenheit war es wie verwandte Spiel (vielleicht mit Ausnahme von Bowls) fast ausschliesslich ein Betätigungsfeld für Männer. Doch scheint sich das gegenwärtig deutlich zu ändern. Waren in Frankreich 1975 nur drei Prozent der Lizenzen an Frauen ausgegeben, so hatte sich die Zahl 1984 auf acht erhöht, im Elsass sogar auf vierzehn. Die ersten Spieler sahen in dem Spiel häufig den Ausdruck einer geselligen und unkomplizierten, gallischen oder gar südfranzösischen Lebensart, dem "savoir-vivre", von den sie auch zu Hause ein Stück für sich verwirklichen wollten. Inzwischen haben sich mit zunehmender Verbreitung neue Mitspieler gefunden, die mehr den Reiz des Spiels selbst als seine Herkunft im Auge haben. Zugleich hat der Gebrauch der französischen Fachausdrücke stark nachgelassen.

Teamformationen nach Geschlecht

Pétanque wird im offiziellen Spielbetrieb nach Geschlechtern, Altersklassen und Teamformationen unterschieden. Der Sport zeichnet sich durch eine sehr hohe Geschlechtergerechtigkeit aus, da Männer und Frauen in vielen Wettbewerben direkt miteinander oder gegeneinander antreten.


Teamformationen nach Geschlecht

  • Mixed (Doublette/Triplette): Sehr populäre Formation, bei der Teams zwingend aus Frauen und Männern gemischt sein müssen (z. B. ein Mann und eine Frau im Doublette).
  • Geregelte Geschlechtertrennung: Bei offiziellen Welt- und Europameisterschaften sowie den meisten nationalen Schweizermeisterschaften gibt es separate Kategorien für Männer (Senioren) und Frauen (Damen).
  • Offene Turniere (Open): Viele regionale und nationale Turniere werden als "Open" ausgeschrieben. Hier können reine Männerteams, reine Frauenteams und gemischte Teams ohne Einschränkung gegeneinander antreten.


Lizenzierte Spieler in der Schweiz (Swiss Pétanque)

  • Frauenanteil: Bei den rund 2500 lizenzierten Turnierspielern in der Schweiz liegt der Frauenanteil stabil bei etwa 20 bis 25 Prozent.
  • Breitensport: Im unlizenzierten Freizeitbereich auf öffentlichen Plätzen (wie der Josefwiese in Zürich) ist das Verhältnis zwischen Frauen und Männern nahezu ausgeglichen.


Wichtige Altersklassen für beide Geschlechter

Die offiziellen Lizenzen von Swiss Pétanque unterteilen Frauen und Männer in dieselben Altersstufen:

  • Jugend: Minimes (unter 12 Jahre), Cadets (12–14 Jahre), Juniors (15–17 Jahre).
  • Aktive (Senioren): Ab 18 Jahren (Untertrennung in Frauen/Männer bei Hauptmeisterschaften).
  • Veteranen: Ab 55 Jahren (oftmals eigene Turnierserien).